Hilfreiches für Eltern aus dem FeS®-Institut

In Zeiten, in denen die Fragen zur Säuglingsmilchnahrung vielfältig sind und das Vertrauen in Online-Informationen schwer zu fassen ist, kann das FeS®Institut eine wertvolle Ressource sein. Das FeS®Institut garantiert evidenzbasierte Fakten, die frei von industriellen Interessen sind, um Ratsuchende bestmöglich zu unterstützen.

Formula-Nahrung, auch bekannt als Ersatzmilch für Muttermilch, umfasst die medizinischen Begriffe für Säuglingsnahrung, darunter Anfangsmilch, Folgemilch und die so genannten Spezialnahrungen, für Säuglinge und Kleinkinder.

Checkliste zur Auswahl einer Säuglings(milch)nahrung mit Informationen zum „richtigen“ Wasser und weiteren Tipps.
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Flasche & Sauger

Beim temporären Zufüttern sollten Sauger vermieden und stillfreundliche Methoden wie Becher oder Löffel bevorzugt werden.

Sauger sollten gewählt werden, die der natürlichen Form möglichst nahekommen, also mit einer großen Auflagefläche und einem geraden Nippel. Ein Wechsel zu einem anderen Typ sollte nur nach fachlicher Beratung erfolgen. Glasflaschen sind gegenüber Plastikflaschen zu bevorzugen.

Milchmenge / Trinkmenge

Neugeborene trinken der Magengröße entsprechend nur sehr kleine Mengen.  Ab der dritten Lebenswoche benötigen Sie in den ersten 6 Lebensmonaten je nach Gewicht in etwa: 600 – 960ml in 24 Stunden, verteilt in viele kleine Portionen (6-10 Mahlzeiten (und mehr).

1. Tag 30 – 40 ml in 24 Stunden
2. Tag50 – 80 ml in 24 Stunden
 3. Tag130 – 200 ml in 24 Stunden
10. Tag330- 400 ml in 24 Stunden
ab 11. Tag langsam steigend 600-960ml in 24 Stunden*

Ab der dritten Lebenswoche in etwa: 600 – 960ml in 24 Stunden, verteilt in viele kleine Portionen (6-10 Mahlzeiten (und mehr).

*Abhängig vom Gewicht des Kindes kann der benötigte Nahrungsumfang variieren. Wenn ein Baby weniger oder mehr als 600-960 ml Nahrung zu sich nimmt, empfehlen wir, sich von einer Fachkraft beraten zu lassen.

Für den kleinen Magen eines Babys ist es günstig, mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Das Trinken großer Mengen auf einmal bedeutet nicht automatisch, dass die Pausen zwischen den Mahlzeiten länger werden.

Zu große Portionen können beim Baby Übelkeit, Spucken und Blähungen auslösen. Die Mengenangaben auf den Verpackungen der Babynahrung dienen lediglich als Orientierungshilfe und können je nach Hersteller unterschiedlich sein.

PDF-Liste der zertifizierten FeS®-Fachkräften

Bei Unsicherheiten oder Fragen empfiehlt es sich, eine FeS®-zertifizierte Fachkraft oder andere Fachperson wie Hebamme/Entbindungspfleger, Stillberaterin/Stillberater,  Kinderärztin/Kinderarzt zu Rate zu ziehen. 

Bequeme Haltung - achtsames Flasche geben

Bequeme Haltung
Mach es gemütlich: Schaffe eine ruhige und angenehme Atmosphäre, um dem Baby die Flasche zu geben.

  • Gemütliche Position für Bezugsperson und Kind
  • Arm ist bequem abgelegt
  • Beinchen des Kindes sind gestützt
  • Ein Lagerungskissen und ein fester Ort zum Nähren sind von Vorteil
  • Das Kind zum Nähren mit der Flasche in einer aufrechten Position halten
  • Die Flasche im engen Körperkontakt geben und häufig Blickkontakt herstellen
  • Nach ca. der Hälfte der Mahlzeit das Kind von einem Arm auf den anderen wechseln (je nach Alter reicht auch eine über die andere Mahlzeit mit Seitenwechsel)

Milch anbieten 

  • Die Flasche möglichst waagerecht anbieten
  • Dabei die Oberlippe des Babys mit der Spitze des Saugers berühren.
  • Erst wenn das Baby den Mund öffnet den Sauger in den Mund führen.

Verstopfung, Blähungen und Spucken vermeiden

Die meisten „Probleme“ können gelöst werden, indem die Angaben bei der Milchzubereitung noch präziser beachtet werden und das Baby viele kleine Portionen erhält.

Vor dem Wechsel der Marke ist eine Beratung sinnvoll damit die wesentlichen Faktoren berücksichtigt werden, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Kleine Portionen und frühzeitig nähren wenn Dein Baby Hungerzeichen zeigt

  • Kopf rasch hin und her drehen
  • Schmatzt und/oder lecken mit der Zunge
  • Lecken und saugen an Fingern/Fäustchen
  • Glucksende Laute
  • Angespannte und/oder geballte Fäustchen
  • Unkoordinierte Bewegungen von Armen und Beinen
  • Weinen ist ein spätes Hungerzeichen!

Pause und Aufstoßen

  • Die Mahlzeit ab und zu unterbrechen
  • Wahrnehmung der Sättigung
  • Bei Anzeichen von Unbehagen, Sauger sanft lösen
  • Langsam über die Seite zum Aufstoßen aufnehmen.
  • Mahlzeit fortfahren, wenn es dem Baby wieder wohler ist.
  • Seite wechseln

Seite wechseln

  • Nach der Pause, sollte es einen Seitenwechsel geben.
  • Der Seitenwechsel ist wichtig für die psychomotorische Entwicklung des Kindes und schützen vor einer “Lieblingsseite” (Blockaden).
  • Ab etwa drei Monate reicht der Wechsel je Mahlzeit

Hygiene bei der Zubereitung einer Säuglings(milch)nahrung

Es gilt zu beachten, dass das Pulver, welches zur Zubereitung von Säuglingsmilch verwendet wird, nicht steril ist. Es besteht ein Risiko, dass Keime sich schnell vermehren und dein Kind bei unsachgemäßer Zubereitung ernsthaft krank werden könnte. Daher ist es von größter Wichtigkeit, dass sich strikt an die vorgegebenen Hygieneanweisungen für die sichere Zubereitung von Säuglingsmilch gehalten wird.

Arbeitsfläche
Immer für eine sorgfältige Reinigung der Arbeitsflächen sorgen und es vermeiden, rohe Lebensmittel auf Flächen zu verarbeiten, die für die Zubereitung von Säuglingsnahrung genutzt werden. Für die Desinfektion eignet sich Essig hervorragend, da die enthaltene Essigsäure antibakterielle, kalklösende und desinfizierende Eigenschaften besitzt. Die empfohlene Mischung für ein wirksames Desinfektionsmittel ist im Verhältnis 1:2 – ein Teil Essigessenz zu zwei Teilen Wasser.

Hände waschen
Hände vor der Zubereitung sorgfältig mit warmem, fließendem Wasser und Seife waschen und anschließend gründlich abtrocknen.

Säubern von Flaschen und Saugern
Um sicherzustellen, dass keine Milchrückstände auf Flaschen und Saugern verbleiben, direkt nach dem Nähren mit heißem Wasser und Spülmittel (ohne Parfüm) gründlich reinigen. Während das Auskochen oder Sterilisieren von Flaschen und Saugern normalerweise nicht notwendig ist, wird für Neugeborene in den ersten Lebenswochen und im Falle von Infektionen das Auskochen aller verwendeten Utensilien vom BfR als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme zur Gewährleistung der Hygiene empfohlen.

Spülmittel ohne Parfüm
Ein Spülmittel ohne Parfüm wählen, idealerweise eines, das speziell für die Entfernung von Milchresten geeignet ist (optional). Die Flaschenbürste ausschließlich für Babyflaschen verwenden. Für die Aufbewahrung von Flaschen und Saugern empfiehlt sich, diese mit einem sauberen Küchentuch abzudecken.

Wasser zur Zubereitung einer Säuglings(milch)nahrung

Wasser ist der Hauptbestandteil in Säuglingsmilchnahrung. Es ist wichtig, zu überprüfen, ob das Leitungswasser im Haushalt für die Zubereitung geeignet ist. Informationen hierzu sind beim örtlichen Wasserwerk erhältlich. Die Angaben des Wasserwerks gelten nur bis zum Hausanschluss. Mögliche Risiken, die durch Wasserfilter oder hausinterne Leitungen entstehen, müssen zusätzlich in Betracht gezogen werden.

Frisches Leitungswasser
Für die Zubereitung sollte ausschließlich Trinkwasser verwendet werden, das direkt frisch aus dem Hahn entnommen wird. Zunächst ausreichend Wasser abfließen lassen, bis es merklich kalt aus dem Hahn kommt.

Kupferrohre
Laut der Verbraucherzentrale ist bei der Nutzung von neuen Kupferrohren Vorsicht geboten, da sie für ungefähr sechs Monate erhöhte Mengen an Kupfer an das Wasser abgeben können, was für Säuglinge gesundheitlich schädlich sein kann. Nach etwa einem halben Jahr bildet sich in den Rohren eine ausreichend dicke Oxidschicht, die die Abgabe größerer Kupfermengen ins Wasser verhindert.

Wasserfilter
Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor der Verwendung von Wasserfiltern. Diese Filter variieren in ihrer Form und Funktionsweise. Einige dienen lediglich dazu, den Kalkgehalt zu verringern, während andere auch Bakterien oder Geschmacksstoffe entfernen sollen. Ein wesentlicher Nachteil aller Wasserfilter ist die schnelle Vermehrung von (potenziell krankheitserregenden) Keimen in ihnen. Daher wird speziell für Säuglinge – unabhängig davon, ob das Wasser für Milchnahrung, Essen oder als Getränk verwendet wird – von der Nutzung von Wasserfiltern abgeraten.

Enthärtungsanlagen
Wasser, das durch Enthärtungsanlagen behandelt wurde, wird oft als hygienisch nicht vollkommen sicher angesehen. Zudem erhöhen solche Anlagen den Natriumgehalt des Wassers erheblich. Aus diesen Gründen ist Wasser aus Enthärtungsanlagen für die Zubereitung von Babynahrung meist ungeeignet. Eine erhöhte Zufuhr an Salz stellt für den Säugling eine ernste gesundheitliche Gefahr dar.

Fluoridgehalt
Um den Fluoridgehalt des Wassers zu ermitteln, besteht die Möglichkeit, sich an das lokale Wasserwerk zu wenden oder Teststreifen zu verwenden. Nach Bestimmung des Fluoridgehalts empfiehlt es sich, die Werte mit einem Kinderarzt zu besprechen. Basierend auf diesen Informationen kann dann die Dosierung der Vitamin D-3-Fluorid-Prophylaxe entsprechend angepasst werden.

Nitratgehalt
Bei einem hohen Nitratgehalt des Wassers (> 50 mg/l) und bei Wasserleitungen aus Blei (in manchen Altbauten) sollte abgepacktes Wasser verwendet werden. Informationen hierzu sind beim örtlichen Wasserwerk erhältlich. Wasser aus häuslichen Brunnen muss vor der Verwendung überprüft werden.

Kalk im Wasser
Calcium, gemeinsam mit Magnesium, trägt zur Wasserhärte, also dem Kalkgehalt des Wassers, bei. Derzeit legt die Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert für den Calciumgehalt fest. Ein hoher Kalkgehalt im Wasser kann bei Säuglingen Verdauungsbeschwerden verursachen.

Abgepacktes Wasser (Babywasser und Mineralwasser mit der Aufschrift “geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung”
Bei ungeeigneter Qualität des Leitungswassers sollte abgepacktes Wasser aus dem Handel verwendet werden, das den Hinweis trägt, “Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet”. Angebrochene Flasche/Packung sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden und vor der Weiterverwendung für Säuglingsnahrung abgekocht werden. Im Handel ist Wasser, welches für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist, auch mit Kohlensäure verfügbar. Wir empfehlen die Verwendung ohne Kohlensäure und auf Plastikflaschen zu verzichten.

Zubereitung einer Säuglings(milch)nahrung

Formulanahrung sollte stets frisch zubereitet und umgehend verwendet werden. Falls notwendig, zum Beispiel für kurze Pausen oder wenn das Kind eine Pause macht, kann die Nahrung zur Wärmehaltung am Körper eines Erwachsenen oder in einem Wollstrumpf warm gehalten werden.

Von „Maschinen zur Zubereitung“ aller Art ist abzuraten!

Anleitung auf der Packung einhlaten
Auf jeder Packung Säuglingsmilchnahrung finden sich präzise Anleitungen für die richtige Zubereitung, denen genau gefolgt werden sollte. Immer den mitgelieferten Messlöffel nutzen und ihn entsprechend den Vorgaben in der Anleitung auf der Verpackung abstreichen. Bei jeder neuen Packung kontrollieren, ob es Änderungen in den Angaben gibt.

Geeignete Abkochgefässe / Geräte zur Zubereitung von Säuglings(milch)nahrung
Zum Abkochen eignet sich ein Kochtopf/Wasserkessel aus Edelstahl oder ein Wasserkocher. Bei der Verwendung eines Wasserkochers ist ein Modell aus Glas anstelle von Plastikmodellen zu bevorzugen, um Schadstoffe und Mikroplastik zu vermeiden. Außerdem wird von der Verwendung spezieller Geräte zur Zubereitung von Säuglingsnahrung abgeraten.

Abkochen (Aufkochen reicht nicht)
Es gibt Situationen, in denen das örtliche Wasserwerk die Empfehlung ausspricht, das Wasser abzukochen. Dies ist notwendig, da einfaches Aufkochen nicht ausreicht und die Gefahr von schweren Durchfallerkrankungen besteht. Es kommt vor, dass diese Empfehlung zeitverzögert erfolgt, insbesondere während Überschwemmungen. In solchen Fällen kann bereits eine geringe Menge verunreinigten Wassers schwerwiegende Durchfallerkrankungen verursachen. Daher ist es wichtig, die benötigte Menge kalten (frischen) Wassers abzukochen und es für 3-5 Minuten kräftig kochen zu lassen. In höheren Lagen sollte das Wasser aufgrund des niedrigeren Luftdrucks länger gekocht werden. Eine Faustregel besagt: Pro 150 Höhenmeter sollte eine zusätzliche Minute gekocht werden. 

Verwendung der richtigen Wassertemperatur
Zu hohe Wassertemperaturen können die in der Säuglingsnahrung enthaltenen Nährstoffe schädigen. Um eine korrekte Zubereitung zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass das Wasser genau die auf der Verpackung empfohlene Temperatur aufweist. Dies lässt sich sicherstellen, indem die Wassertemperatur mit einem Thermometer kontrolliert wird.

Über- und Unterdosierung von Milchpulver
Eine Überdosierung des Milchpulvers führt zu einem zu hohen Nährstoffgehalt, was den Wasserhaushalt und die Nierenfunktion Ihres Babys beeinträchtigen kann. Zudem kann eine regelmäßige Überdosierung zu einer übermäßigen Gewichtszunahme und Überernährung Ihres Kindes führen. Umgekehrt kann die Verwendung von zu wenig Pulver oder zu viel Wasser dazu führen, dass Ihr Kind nicht ausreichend Nahrung erhält.

Keine Sorge beim Schütteln
Die Hinweise zum Schütteln der Säuglingsnahrung variieren je nach Formel und Hersteller. Es ist wichtig, sich genau an die spezifischen Anweisungen zu halten. Falls beim Schütteln Schaum entsteht, löst sich dieser normalerweise schnell auf. Außerdem ist Schaum in der Regel nicht die Ursache für Blähungen bei Babys.

Hilfreiches von anderen Institutionen

Tipps zur Flaschenernährung Frühgeborene (Klinikum Traunstein)
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Stuhlfarbenkarte Techniker Krankenkasse
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Nähren mit der Babyflasche
Ein Ratgeber von UNICEF Schweiz
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Hungerzeichen des Babys (AFS)
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Hinweis

Die natürliche und artgerechte Ernährung eines Säuglings in den ersten sechs Lebensmonaten besteht ausschließlich aus Muttermilch. Diese alleinige Ernährungsform ist nicht nur ideal auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt, sondern bietet auch alle wichtigen Nährstoffe in genau der richtigen Menge.

Die WHO empfiehlt Muttermilch darüber hinaus als Ergänzung zur Beikost bzw. Familienkost bis mindestens zum Abschluss des zweiten Lebensjahres.

Muttermilch ist die kostengünstigste Ernährungsform und bietet einen wirksamen Schutz gegen diverse Krankheiten. Es wird empfohlen, das Kind früh und häufig zu stillen, um den Milchfluss zu fördern. Besonders in den ersten Lebenswochen ist es normal, dass das Kind sehr häufig gestillt wird.

Für die Stillfähigkeit ist eine ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft und nach der Geburt förderlich. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Zufüttern von Säuglingsnahrung den Stillerfolg beeinträchtigen kann. Die Entscheidung, nicht zu stillen, sollte wohlüberlegt sein, da sie oft schwer rückgängig zu machen ist. Sollte die Verwendung von Formulanahrung (Säuglings(Milch)nahrung) in Betracht gezogen werden, ist es ratsam, dies mit Fachpersonal wie einer Hebamme, einem Entbindungspfleger, einem Kinderarzt/Kinderärztin oder einer Stillberaterin (IBCLC) zu besprechen.

Durch die Fortsetzung meines Besuchs auf dieser Seite akzeptiere ich, dass mir die gelieferten Informationen auf meinen ausdrücklichen Wunsch zur Verfügung gestellt wurden.